Archiv des Autors: Heidrun Gold

Aktionen am Weltkinderrechtetag 20.11.2020

Vorleseaktion am Telefon
Das Junge Ensemble Stuttgart (JES) bietet zum Internationalen Tag der Kinderrechte eine Vorleseaktion am Telefon.
https://www.jes-stuttgart.de/spielplan/detail/jes-geschichten-telefon/

Bundesweiter Vorlesetag
Der Bundesweite Vorlesetag ist seit 2004 Deutschlands größtes Vorlesefest und eine gemeinsame Initiative von DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung.
https://www.vorlesetag.de/

Kinderrechte im Wandel der Zeit

Von Familienrichterin a.D. Ingeborg Fortunat

Chronologie: 1903 das Verbot von Kinderarbeit für Kinder unter 13 Jahren – 1973 das Verbot der Prügelstrafe in der Schule – 1989 die Verpflichtung der UN Mitgliedstaaten das Wohl des Kindes durch die UN-Kinderrechtskonvention aktiv zu schützen:

In Anbetracht dieser Ereignisse lässt sich durchaus eine Entwicklung bei Kinderrechten feststellen. Während des gesamten Mittelalters bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts galten Kinder als unfertige und vor allem untergeordnete Wesen, die eine strenge Zucht benötigten, um ordentliche Mitglieder der Gemeinschaft zu werden. Kinder waren rechtlos und ihren Eltern zu unbedingtem Gehorsam verpflichtet. Sie mussten mitarbeiten, sobald sie dazu in der Lage waren, also ab 5 – 6 Jahren. Noch um ein Vielfaches schlechter war die Situation von nichtehelichen Kindern. 1829 wurde eine Kinderinitiative zum Schutz von sittlich vernachlässigten Kindern gegründet, die als Vorläufer des Kinderschutzbundes gilt.

Die erste rechtliche Zäsur erfolgte 1900 mit der Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) – wobei die elterliche Sorge dem Vater zustand, während die Mutter nur das Recht und die Pflicht zur Versorgung hatte. Bei nichtehelichen Kindern erhielt die Mutter das Personensorgerecht, die Vormundschaft wurde ihr jedoch nicht übertragen. Auch das Herausnehmen eines Kindes aus der Familie bzw. das Eingliedern in eine Erziehungsanstalt, im Falle eines ehrenlosen oder unsittlichen Verhaltens des Vaters dem Kind gegenüber, wurde im BGB festgehalten. Kinderrechte haben sich schon immer im Spannungsfeld mit dem Recht der Eltern auf eine Erziehung nach ihren Vorstellungen und Möglichkeiten entwickelt, Da es jedoch immer noch viel zu viele vernachlässigte, misshandelte und missbrauchte Kinder gibt, gilt es Kinderrechte weiterhin zu stärken und Kinder zu schützen um Kindeswohlgefährdungen vorzubeugen.

Vorsitzende Margot Kemmler: „Die Idee, dass alle Kinder ein Recht auf Schutz haben, entwickelte sich erst Anfang des 19. Jahrhunderts“.

Rückblick zum Weltkindertag am 20.09.2020

Die alltägliche Arbeit des Kinderschutzbundes findet im Großen und Ganzen in der Geschäftsstelle in der Neckarstraße 86 oder direkt in den Familien statt.

Hier setzen wir uns für die Rechte aller Kinder und Jugendlichen ein.

Unseren Familienpaten besuchen junge Familien, sie helfen und unterstützen. Krisen und Probleme können so früh erkannt und Hilfe und Unterstützung gesucht und gefunden werden.

Beim Begleiteten Umgang unterstützen wir Eltern in hochstrittigen Trennungssituationen damit der Kontakt ihrer Kinder zu beiden Eltern erhalten bleibt.

Am vergangenen Sonntag allerdings waren Haupt- und Ehrenamtliche des Kinderschutzbunds Kreisverband Esslingen anlässlich des Weltkindertags am 20. September 2020 mit einem kleinen Stand auf der Maille.

Auf den Wiesen und Spielplätzen herrschte lebhaftes, fröhliches Treiben.

Es war ein Vergnügen, zu erleben, wie wenig es braucht, um Kindern eine Freude zu machen, sie zum Mitmachen anzuregen – ein Luftballon, Seifenblasen….und schon wird gerannt, gehüpft und gelacht.

Für die Arbeit des KSB, die ja doch mit viel problematischen Familiengeschichten konfrontiert ist, war dieser Tag wieder eine Bestätigung, wie wichtig der Kinderschutz ist.

Der Kinderschutzbund Esslingen sagt Danke an seine Unterstützer*innnen

Die Corona Pandemie hat viele gemeinnützigen Vereine vor immense Probleme gestellt, so auch den Kinderschutzbund Kreisverband Esslingen.

Erschwerte Bedingungen, zum Beispiel durch die notwendigen Hygienemaßnahmen oder zu Beginn der Pandemie die Schließungen der Kinderspielplätze, forderten nicht nur viel Hirnschmalz, sondern auch außergewöhnliche finanzielle Aufwendungen.

Um den begleitenden Umgang oder die Besuche der Familienpaten auch in den schwierigen Zeiten aufrecht zu erhalten, war viel persönlicher Einsatz unserer Vorstandschaft und unserer hauptamtlichen Mitarbeiterinnen nötig. Hierfür an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

Unseren ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen gebührt ebenfalls ein ganz großes Dankeschön. Mit viel Engagement haben sie es möglich gemacht, unter Einhaltung der Vorgaben der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona Virus, Hausbesuche zu bewerkstelligen.

Guter Wille und Engagement allein genügt aber leider nicht. Viele Maßnahmen konnten nur mit einem erheblichen finanziellen Aufwand gestemmt werden. Diese Ausgaben hätten ganz schnell zu einer monetären Schieflage führen können, wenn der Kinderschutzbund Kreisverband Esslingen nicht Unterstützung von vielen Spendern erhalten hätte.

Die Vorsitzende Margot Kemmler:“ Wir sind sehr dankbar, dass es in Esslingen großzügige Unterstützer*innen für unsere immer wichtiger werdende Arbeit gibt. Ohne diese Spenden hätten wir zum Wohl der Kinder nicht so gut auf die Pandemie reagieren können. HERZLICHEN DANK.“

Not macht erfinderisch – Onlinekurs Erste Hilfe

Die erfolgreiche Arbeit des Kinderschutzbunds Kreisverband Esslingen e.V. basiert unter anderem auf der Arbeit von sehr gut ausgebildeten ehrenamtlichen Familienpaten*innen.

Diese engagieren sich für 2-4 Stunden in der Woche bei jungen Familien, die mindestens ein Kind unter drei Jahren haben, an deren Wohnort und unterstützen sie in aktuellen Belastungssituationen.

Weiterbildung ist unerlässlich, doch in Zeiten der Corona-Pandemie sind dieser deutliche Grenzen gesetzt. Viele Angebote waren und sind online umsetzbar, bei der Auffrischung von Erste-Hilfe-Kursen am Kind, die regelmäßig stattfinden muss, gab es bislang keine entsprechende Möglichkeit.

Bislang – der findige Kinderarzt Olaf Conrad aus Wuppertal und sein Team hat mit seinem Online-Angebot: „Erste Hilfe am Kind und Säugling“ Abhilfe geschaffen. Herr Conrad ist von der Arbeit zum Wohle von Kindern und deren Familien in Esslingen so begeistert gewesen, dass er spontan dem Kinderschutzbund Esslingen dauerhaft den kostenfreien Zugang zu seinem Kurs gespendet hat.

Dieser Onlinekurs ist sehr gut für die Auffrischung von Ersten Hilfe Kursen am Kind sowohl für die ehrenamtlichen als auch für die hauptamtlichen Mitarbeiter*innen geeignet.

Stellvertretend für den Kinderschutzbund Kreisverband Esslingen e.V. sagt die Vorsitzende Margot Kemmler: „Lieber Olaf Conrad, herzlichen Dank nach Wuppertal. Sie und Ihr Team haben uns in dieser Ausnahmesituation auf beispielhafte Weise unterstützt.“

HomeRun zum Weltkindertag – Laufen, um den Anschluss zu schaffen!

Der Kinderschutzbund ruft zum Weltkindertag am 20. September 2020 gemeinsam mit dem Team des Küstenmarathons und der Weser-Elbe-Sparkasse zum virtuellen Spendenlauf für Kinderrechte auf!

Der große Unterschied zu einem klassischen Marathon: Jede*r läuft dort, wo er*sie gerade ist und entscheidet sich für seine*ihre Wunschdistanz. Unter dem Motto „Laufen, um Anschluss zu schaffen“ sammelt der HomeRun Spenden, die Internetzugänge und Tablets für bedürftige Kinder finanzieren. Dafür entfällt ein Startgeld.

Margot Kemmler, Vorsitzende des Kreisverbandes Esslingen: „Über viele Monate hinweg wurden Kinder und Jugendliche ausschließlich per Fernunterricht im Homeschooling unterrichtet. Hier haben wir gesehen, wie schnell insbesondere arme Kinder drohen, abgehängt zu werden.“

Nur 45 Prozent aller 12-Jährigen verfügen über einen eigenen Laptop, PC oder ein Tablet, in armen Familien sind es sogar nur 15 Prozent. Die Mittel des Digitalpakts werden nur zögerlich abgerufen, die Laptopprämie der Bundesregierung im Konjunkturpaket hat hohe bürokratische Hürden.

Kinderschutzbund-Präsident Heinz Hilgers: „Auch nach den Sommerferien wird sich der Unterricht noch zu einem großen Teil nach Hause verlagern. Wer nicht über einen eigenen Laptop verfügt, hat da in den Augen der Politik wohl einfach Pech gehabt. Wir wollen das nicht hinnehmen und statten bedürftige Kinder deshalb unkompliziert mit einem digitalen Endgerät aus.“

Das Konzept des Laufs ist einfach: Die Läufer*innen melden sich über die HomeRun-Website an, erhalten eine Startnummer und laufen am 20. September, wo auch immer sie gerade sind. Anschließend geben sie ihre Distanz und die gelaufene Zeit in ein Online-Portal ein. Da in diesem Jahr weniger die läuferische Leistung, als der Einsatz für die Kinderrechte im Vordergrund steht, entfällt eine bestenlistenfähige Wertung.

Alle weiteren Informationen finden Sie unter https://homerun-am-weltkindertag.de.

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